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Opus Dei: opiniones de protagonistas

En esta página se ofrecen testimonios de gran valor histórico. Es una recopilación de artículos publicados en la prensa internacional entre los años 1975 (fecha de fallecimiento del fundador del Opus Dei) y 1990, muy cerca ya de su beatificación por Juan Pablo II.


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Franz Kónig, Arzobispo de Viena, Presidente del Secretariado para los no creyentes, Presidente de la Conferencia Episcopal Austríaca, en Corriere della Sera (Milán), 9.11.75, en Salzburger Nachrichten (Salzburg), 22.6.85, y en L'Osservatore Romano (Roma), 23.6.85.

Texto

OSTERREICH

Samstag, 22. Juni 1985

Eal3burger lachrúgten_

Ein Leben für die Kirche

Zum zehnten Todestag des Gründers des Opus Dei, Msgr. Escrivá de Balaguer

KARDINAL DDR. FRANZ KÖNIG

Am 26. Juni 1975 starb in Rom der damals 73jährige Das Opus Dei läßt seinen Mitgliedern die spirituelle BilMonsignore Josemaria Escrivá de Balaguer, der Gründer dung sowie die geistlichen Hilfen zuteil werden, die sie der katholischen Personalprälatur• Opus Dei. Aufgabe benötigen, um im Alltag - ganz unabhängig davon,'wie und Ziel des Opus Dei ist es, Menschen aller Gesell- dieser sich im einzelnen gestalten mag - mit persönlicher schaftsschichten und in allen Lebensumständen neu be- Freiheit und Verantwortung so zu leben, wie der seinen wußt zu machen, daß alle Christen zur Heiligkeit und da- Glauben ernstnehmende Christ leben sollte.

mit auch zum Apostolat berufen sind. Schauplatz des Mü- Zum zehnten Jahrestag des Todes des Gründers des hens um die Verwirklichung dieser Berufung ist die ge Opus Dei schrieb der Erzbischof von Wien, Kardinal Köwöhnliche und normale Arbeit eines jeden Tages. nig, folgenden Beitrag:

In den sechziger Jahren, während der Arbeiten des großen Zweiten Vatikanischen Konzils, _war es mir auf Grund meiner häufigen Reisen nach Rom vergönnt, engere Beziehungen zu Msgr. Escrivá de Balaguer zu knüpfen. Ich war sehr beeindruckt von seiner Persönlichkeit. Eine liebenswürdige Kommunikationsfähigkeit kennzeichnete ihn, so daß er seinen Gesprächspartner sofort verstand und sich in ihn hineinversetzen konnte. Es handelte sich dabei aber nicht bloß um die Herzlichkeit eines Mannes, der gewohnt ist, sich dem Standpunkt des anderen gegenüber zu öffnen; man spürte dabei, daß seine vom Herzen kommende Güte bei ihm tiefere Wurzeln hatte: sein übernatürliches Empfinden nämlich-seinen lebendigen, die ganze Persönlichkeit prägenden Glauben - und seinen alles durchdringenden apostolischen Eifer. Er sagte, er habe keine Sorgen, sondern nur Besorgungen („no tener preocupaciones, sino ocupaciones"). Und bald konnte man erkennen, daß beides in eins zusammenfiel: die Seelen, das Glück der Seelen und- das Wachstum der Kirche. Im Gespräch mit ihm, der damals - wenn ich mich recht erinnere - Rom kaum verließ, konnte man die tägliche Sorge um alle Kirchen, von der Paulus spricht (vgl. 2 Kor-11, 28),.gewissermaßen mit Händen greifen.

Der Gründer des Opus Dei, Msgr. Escrivá

de Balaguer

V`érschobene'Perspektiven

Vielleicht ist es von Nutzen, auf einige Besonderheiten dieser Zeit des Konzils hinzuweisen, denn seither sind zwei Jahrzehnte vergangen, und die Perspektive hat sich mittlerweile verschabez},,I~ute ur}terstreicht man die Aufgabe, die der'1 irche als-Gót

tes wirksamem! Heil1zeichefi gegen=

uber.' jedem Menschen in s mer unwiederholbaren Einzigartigkeit zukommt - sei er nun gläubig oder ungläubig -, um ihm zu helfen, die unermeßliche Würde seines Ursprungs und seiner Bestimmung zu entdekken,,wie sie uns in .Christus geoffenbart wurde. Das ist das Thema der Enzykliken Johannes Pauls II., Anwendung der großen pastoralen Anliegen der Konzilsdokumente.

Als man aber an jenen Dokumenten arbeitete, um den Anregungen des Heiligen Geistes zu folgen, war die Problematik eine andere. Die Kir

Grundlage eines solchen aktiven und von Bußgesinnung getragenen Optimismus war sein felsenfester

che befragte sich über sich selbst und über ihre Heilssendung, und sie mußte es tun in einer Welt, die immer mehr von Gleichgültigkeit gegenüber den geistigen Werten gezeichnet und bedroht schien. Und niemand wird leugnen, daß diese Selbstanalyse der Kirche bei vielen zu Unsicherheit, zu Schwankungen und, wenn man will, bei manchen zur Identitätskrise geführt hat.

Ich war beeindruckt, mit. weichem Optimismus,. welchem Vertrauen, welch gelassener Sicherheit Msgr. Escrivá de Balaguer diesen Ereignissen gegenüberstand und wie-er über sie sprach. Seine Bemerkungen waren knapp, realistisch, und trafen stets den Kern der Sache. Er begriff die Tragweite der Probleme, begeisterte sich für die sich auftuenden pastoralen Chancen und litt unter den Übertreibungen und den Vertrauens brüchen gegenüber der Kirche. Aber was er in einer Homilie aus dieser Zeit gesagt hat, war ihm unerschütterliche Überzeugung: „Die Erlösung hört nicht auf, und wir nehmen an ihr teil; nach dem Willen Christi müssen wir an unserem Fleisch das ausfüllen, was an seinem Leiden noch fehlt, wie uns Paulus mit starken Worten sagt - und zwar zugunsten seines Leibes, der die Kirche ist (vgl. Kol.1, 24)."

„Denken mit der Kirche"

Glaube an die Kirche - allem zum Trotz, wie er zu sagen pflegte, d. h. über alles menschliche Versagen hinweg -, seine Überzeugung, daß das Schifflein Petri alle Stürme stets unversehrt überdauern wird. Er unterstrich, daß alle Christen und jeder einzelne von ihnen, zur Ausbreitung des Erlösungswerkes berufen sind, daß es_ dazu aber als unabdingbarer

Voraussetzung nicht nur des Sentire cum Ecclesia bzw. der vollkommenen Treue zur Lehre bedarf, sondern daß es notwendig ist, das ganze Leben aufs Spiel zu setzen, d. h. radikal.in der Kirche und für die Kirche zu leben.

Die soeben zitierte Homilie, die vom Hl. Geist als dem Großen Unbekanntén handelt, spiegelt meines Erachtens Msgr. Escrivá de Balaguers Haltung in jener kritischen Epoche wider. Er hörte die Klagen an, die man ihm vortrug, verwies aber standhaft darauf, daß niemand das Recht hat, „über die Kirche rein menschlich und ohne den übernatürlichen Glauben zu urteilen, den Blick nur auf den höheren oder niedrigeren Fähigkeitsgrad mancher Amtsträger und mancher anderer Christen gerichtet. Dies würde bedeuten. , an. der Oberfläche zu bleiben. Das wichtigste in der Kirc~e ist nicht der Blick tïir die Antwort der Menschen,' sondern der Blick für das Handeln Gottes. Die Kirche ist Christus unter uns, sie ist damit Gott, der auf die Menschen zugeht, um sie zu heilen".

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